Schlechte Usability von WebSites löst körperliche Stresssymptome aus

Eine Studie des britische Social Issues Research Centre (SIRC) belegt, dass immer mehr Websurfer am sogenannten „Mouse-Rage-Syndrom“ (MRS) leiden, dessen Folgen sogar lebensgefährlich sein können.

Die Symptome von MRS sind vielen Websurfern und Online-Shoppern bestens bekannt und zeigen sich durch: Andauerndes Klicken auf die Maustasten, Muskelzittern, Augenflickern, Schweißausbrüche, flachen Atem, rasenden Puls oder sogar lautes Anschreien des Computer-Monitors.

Erstmals hat ein sozialmedizinisches Institut das MRS-Phänomen wissenschaftlich untersucht und festgestellt, dass MRS sehr gefährliche Nebenwirkungen zeigt. So verengen sich dabei die Adern, die das Gehirn mit Blut versorgen und auch die Herzkranzgefäße ziehen sich zusammen. Im Extremfall könne die Folgen ein Schlaganfall oder auch Herzinfarkt sein.

Als Ursache für MRS haben die Wissenschaftler eindeutig die schlechte Usability von WebSites identifiziert. „Langsam aufbauende Seiten, schwer zu navigierende Internet-Auftritte, Pop-ups, flackernde Flash-Animationen und Banner sowie der Topauslöser: ‚Error 404, File not found!’“ sind laut Verfasser der Studie die Ursachen für die unkontrollierten Reaktionen der User und den gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen. Als positives Beispiel wird in dem Untersuchungsbericht Google angeführt: “Ein asketischer Auftritt mit einer unvorstellbar kurzen Responsezeit und einem hohen Grad an Präzision“.

Für die Untersuchung wurden vom SIRC 2500 Benutzer mit unterschiedlichen IT-Erfahrungen und aus verschiedenen Altersgruppen mit Sensoren versehen und im Test permanent medizinisch vermessen. Im Test wurde den Testpersonen zunächst eine Reihe von nach Expertenmeinung gut gestalteten Seiten gezeigt und deren Reaktion als „normales Grundverhalten“ registriert. Im Anschluss daran präsentierte man ihnen WebSites mit verrückten Grafiken, langsamen Verbindungen und fehlgeleiteten Seitenaufrufen. Lediglich eine kleine Gruppe der Test-User verhielt sich dabei weiterhin ruhig. Bei den meisten hingegen zeigte sich ein erhebliches Maß an Stressbelastung und sich langsam aufstauende Wut.

„Bei einigen Personen waren die Muskelanspannung derart heftig, dass das Experiment abgebrochen werden musste, weil es zu unkalkulierbaren physischen Schäden hätte führen können“, erörtert die Mitautorin des Berichts Liz Tucker. Vor allem auf schlechtes oder zu langsames Antwortverhalten der Webseiten beim Online-Shopping reagierten die Testpersonen besonders heftig. „Das Suchen, Bezahlen und die Auswahl der Lieferoptionen ist für sich genommen schon eine Aktivität, bei der der User höchst konzentriert arbeitet, wenn dann das System noch zusätzliche Schwierigkeiten verursacht rasten die meisten einfach aus“, so ihre Erfahrungen.

Ihrer Ansicht nach wird MRS früher oder später bei jedem intensiv tätigen Webanwender auftreten, denn „wir haben einfach viel zu viel schlechte Seiten im Internet, als dass auch der Ruhigste und Belastbarste dieses auf Dauer aushalten kann“.

Via: Computerzeitung

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