Generation 50plus bucht Reisen nicht online - wegen Usability-Problemen

Obwohl die kaufkräftige Generation 50plus (50+) immer wichtiger für die Wirtschaft wird, schaffen es lediglich 26,4% der 50- bis 64-jährigen, eine Reise über die Online-Portale der sechs großen deutschen Reiseanbieter zu buchen. Dies belegt der „Usability Monitor 2007“ in dem die die Gebrauchstauglichkeit deutscher Reiseportale aus der Sicht der Zielgruppe 50+ untersucht wurde.

Ausgerechnet der Branchenprimus TUI schneidet bei der Untersuchung am schlechtesten ab: “Keiner der Testpersonen gelang es, auf der TUI-Website eine Reise zu buchen”, bilanziert Studienleiter Joachim von Maltzan. Aber auch die anderen Unternehmen FTI, Thomas Cook, Avigo, Alltours und Öger Tours schnitten nicht besonders gut ab. Selbst beim vergleichsweise besten Testteilnehmer - dem Türkeispezialisten Öger Tours - gelang es lediglich der Hälfte der Testpersonen, eine Reise zu buchen.

Die Ergebnisse der Usability-Untersuchung werfen die Frage auf, warum den Reiseanbietern offenbar nicht bewußt ist, welches Geschäft ihnen hier entgeht. Denn beispielsweise die Werbebranche hat die “Best Ager” längst für sich entdeckt. Immerhin bezieht diese Generation in Deutschland 46% des verfügbaren Einkommens - und das bei einem Anteil von “nur” 33% an der Gesamtbevölkerung.

Grund für das schlechte Abschneiden der Reiseportale ist, daß die Altersgruppe 50+ mit ihren spezifischen Anforderungen und Bedürfnissen bei der Konzeption und Gestaltung von Websites keine Berücksichtigung findet. Schwer zu verstehen ist außerdem, daß die Reise-Portale an bekannten “Internet-Kinderkrankheiten” wie zu lange Ladezeiten oder Datenverlust beim ‘Zurück’-Navigieren leiden, die den Testpersonen dann natürlich negativ aufstoßen.

Anders als bei der jüngeren Generation, die die mit dem Internet groß geworden ist und sich an so manchen Makel “gewöhnt” hat, zeigt die Generation 50+ aufgrund ihres ausgeprägten Bewusstseins für Service und Qualität wenig Verständnis für unübersichtliche Gestaltung und Programmierfehler. Buchungsabbrüche sind hier die unvermeidliche Konsequenz. Genutzt wird das Internet für Reisen dann immerhin noch als Informationsmedium. Die Buchung der Reise selbst findet - nach einheitlicher Aussage der Testpersonen - jedoch im Reisebüro statt.

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